Gender Planning in Österreich

  • Was ist Genderplanning?
  • Warum der ländliche Raum?
  • Wer sind wir?

Gender Planning ist die Berücksichtigung der verschiedenen Anforderungen diverser Nutzer*innengruppen des geplanten Raumes auf sämtlichen Planungsebenen. Das beinhaltet sowohl die Prozessgestaltung, als auch die geplanten Maßnahmen. Es handelt sich also um ein strategisches Vorgehen in der Gestaltung von Planung, in dem auf unterschiedliche Bedürfnisse eingegangen wird. Über Gender Planning steht der Begriff Gender Mainstreaming als strategischer Ansatz von Geschlechterpolitik. Ziel von Gender Mainstreaming ist es, durch das Offenlegen bestehender Lebenssituationen und expliziter Darlegung von Missständen, die Geschlechtergerechtigkeit in allen Bereichen zu fördern.

Die Implementierung von Gender Mainstreaming als Querschnittsmaterie in den Vereinten Nationen und Europa um die Jahrtausendwende war also maßgeblich an der Entstehung von Gender Planning beteiligt. In den letzten 20 Jahren hat der Begriff teilweise auch in kleineren Maßstabsebenen seinen Weg gefunden.

„Gender Mainstreaming besteht in der (Re-) Organisation, Verbesserung, Entwicklung und Evaluation der Entscheidungsprozesse, mit dem Ziel, dass die an politischer Gestaltung beteiligten AkteurInnen den Blickwinkel der Gleichstellung zwischen Frauen und Männern in allen Bereichen und auf allen Ebenen einnehmen.“ (Council of Europe 1998)

Der Begriff Gender Mainstreaming ist seit den 90er-Jahren ein Bestandteil der österreichischen Planungskultur. Während Geschlechterpolitik die Jahre zuvor, wenn überhaupt, implizit umgesetzt wurde, gab ihr Gender Mainstreaming einen Namen und machte die Strategien sichtbarer. Das größte Missverständnis, das im Bezug auf Gender Mainstreaming besteht, ist, dass es sich um Strategien und Maßnahmen für Frauen handle. Es bedeutet allerdings viel mehr, dass der Raum für alle Nutzer*innen gleichermaßen sicher und nutzer*innenfreundlich ist. Das bedeutet, dass Raum, der für Frauen*, Kinder oder Hochbetagte gestaltet wird, ebenso sicher für alle anderen ist.

Wien gilt als Vorreiterin im Bereich Gender Mainstreaming. Die Bundeshauptstadt hat in den vergangenen 30 Jahren immer wieder Projekte und Maßnahmen umgesetzt, die maßgeblich zur gendersensiblen Gestaltung der Stadt beitragen. Das aktuellste Beispiel, das auch in internationalen Medien immer wieder aufgegriffen wird, ist die Seestadt Aspern, die einerseits als Stadt der kurzen Wege, mit autofreien Straßenzügen und flexiblen Wohnungsplänen (um nur einige der vielen gendersensiblen Umsetzungsstrategien zu nennen) ein innovatives und gut dokumentiertes Leuchtturmprojekt für Gender Mainstreaming ist. Ebenso ist der Gender Mainstreaming Pilotbezirk Mariahilf an dieser Stelle zu erwähnen. 

Gendersensible Planung ist nicht neu in Österreich, allerdings lässt sich schnell feststellen, dass die Schwerpunkte bisher in der Stadtplanung lagen. Um ein ganzheitliches Bild von den wichtigsten Projekten in Österreich im Bezug auf Gender Planning zu bekommen, wurde der Fokus in der folgenden Arbeit auf den ländlichen Raum Österreichs gelegt.

 

Im Rahmen des Fokusseminars “Sozialer Raum und Diversität – Gender Planning im ländlichen Raum”  haben wir (Raffaela Dorner, Clara Hahn, Janina Helm, Philipp Hofer, Magdalena Hofstädter, Karin Kienast, Irena Leskaj, Manuela Rauchenwald, Christiane Skerjanz, Maria Stepan, Vanessa Weirer), elf Studierende aus Architektur und Raumplanung und Raumordnung an der Technischen Universität Wien, uns mit der Thematik auf Bundeslandebene in Österreich auseinandergesetzt. Mit Inputs und Unterstützung unserer Vortragenden Sabina Riß und Petra Hirschler näherten wir uns dem Thema auf unterschiedlichen Maßstabsebenen und Schwerpunkten.

 

Ablauf des Projekts

Genderplanning in den Bundesländern

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